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ADOX  seit 1860

ADOX wurde 1860 als „erste fotochemische Fabrik der Welt“ in Frankfurt/Main gegründet.

Der Firmengründer Carl Schleussner erkannte das Potential welches in der von Conrad Röntgen erfundenen gleichnamigen Technik steckte und produzierte die ersten industriell gefertigten Röntgen-Trockenplatten.

Bald kamen Aufnahmeplatten für die immer beliebter werdende Fotografie dazu und rasch entwickelten sich die Dr. C Schleussner Fotowerke  zu einer der größten Fotofabriken Europas. Legendäre Filme wie der 1950 vorgestellte ADOX KB 17 als erster Dünnschichtfilm brachten ADOX Weltruhm, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. In den USA hießen der KB 14 und KB 17 nur „the German wonderfilm“.
1956 stellte ADOX als zweite deutsche Fabrik seinen ersten Color-Negativfilm vor. Zwei Jahre später folgte der Umkehrfilm C 15.

Der spätere Umkehrfilm C 18 hatte 5 Schichten plus Lichthofschutz- und Supercoatig.
Drei Schichten beeinhalteten die Farben.
Die Spektrale Gewichtung war ausgesprochen ausgewogen

Die Entwicklung erfolgte in der Hauseigenen „ADOX Umkehranstalt“.

Der NC 17 Color Negativfilm konnte mit dem Amateur-Entwicklungssatz „ADOX E-NC“ selber im Heimlabor entwickelt werden.

ADOX hielt viele eigene Patente im Bereich der Farbfilmtechnologie und war mit seinen Produkten über Jahre völlig unabhängig von anderen Anbietern.
Das ADOX Farbstoffsystem arbeitete mit chromogener Entwicklung wie sie im Prinzip schon 1911 von R. Fischer vorgestellt worden war.
Die Kunst bestand darin, Farbstoffe zu finden, die sich während der Entwicklung nicht vermischten. Dazu wurden tausende Tests durchgeführt.

Von den 20iger bis in die 60iger Jahre hat ADOX in Wiesbaden Kameras hergestellt.
Beliebte Serien waren die ADOX Golf (Mittelformat) und die ADOX Polo (Kleinbild).
Die Objektive der Golf kamen von Will Wetzlar und hießen „ADOXAR“.
Die Polo Serie bestand aus der POLO 1, POLO 2, POLO 1S, POLOmat 1, POLOmat 1S und der POLOmatic 3S.
Die POLOmat Reihe verfügte über gekoppelte Belichtungsmesser und im Fall der POLOmatic sogar über eine Belichtungsautomatik. Die Objektive kamen bei allen Modellen bis auf die POLO 1 von Schneider Kreuznach.

Ein Meilenstein in der Geschichte des Kamerabaus war die Einführung der ADOX 300, der weltweit ersten Kleinbildkamera mit Wechselmagazinen. So konnte man flexibel zwischen Schwarzweiss und Farbfilm wechseln. Die Magazine wurden von Leica hergestellt, das Objektiv war ein Xenar von Schneider.

Ende der 60iger Jahre wurde ADOX an DuPont verkauft. der Erwerber führte die Röntgenfilmsparte weiter und verkaufte das Geschäft mit den Schwarzweissfilmen an die Jugoslawische Firma Fotokemika/Zagreb.

Dort lebten die ADOX KB 14, 17 und 21 Filme weiter. In Deutschland wurden diese Filme von der Muttergesellschaft der ADOX Fotowerke GmbH, der Fotoimpex GmbH als ADOX CHS 25, 50 und 100 vertrieben.

Mit der „digitalen Revolution“ gegen Ende der 90iger Jahre begann für die Hersteller von analogen Fotomaterialien eine schwierige Zeit. Fotokemika meldete 2003 Insolvenz an und konnte durch eine Intervention von Fotoimpex vorläufig gerettet werden. Im Sommer 2012 wurde die Produktion in Croatien aber endgültig eingestellt.

Im Sommer 2005 meldete der consumer imaging Bereich der Agfa in Leverkusen Insolvenz an.

ADOX baute darauf hin eine eigene Manufaktur bei Berlin auf die perfekt auf die Ansprüche der analogen Liebhaber und Enthusiasten an Qualität und Produktverfügbarkeit zugeschnitten ist.