ADOX LUX LIQUIDE VC
Flüssige Fotoemulsion
Kontrastvariabel, 250 ml
Lichtempfindliche Fotoemulsion zum Auftragen auf verschiedene Untergründe wie z.B. Papier, Holz, Keramik oder Glas. Kann nach dem Trocknen wie Fotopapier belichtet und verarbeitet werden.
Die gesamte Verarbeitung beschichteter Objekte muss in der Dunkelkammer bei Rotlicht erfolgen.
Erst nach der Fixage kann Weisslicht eingeschaltet werden.
Im Prinzip ist das arbeiten mit der Emulsion wie das Arbeiten mit Fotopapier.
Die Gradation kann mit jedem herkömmlichen Multigrade-Filtersatz (z.B. ADOX, Ilford, Paterson, Kodak) variiert werden. Der Filterbare Bereich liegt bei etwa Gradation 2 bis 4.

Fotogelatine ist transparent. Die weniger gedeckten Bildpartien zeigen also die Frabe und Struktur des Untergrundes.
Je dunkler der Untergrund ist desto weniger Kontrast bekommt das Bild.
Im Prinzip kann man auf sehr dunklen Untergründen daher kein Foto aufbelichten.

Die Emulsion muss vor Gebrauch in einem 45 Grad Celsius warmen Wasserbad erhitzt werden um sie zu verflüssigen und ein gleichmässiges Auftragen auf Papier, Filz oder Leinen zu ermöglichen.
Dazu benötigen Sie ein weiteres Gefäß z.B. ein Becherglas.

Hintergrundinformation: Fotogelatine wird über 40 Grad flüssig und verfestigt sich unter 40 Grad wieder "blitzartig". Das ist ein wesentlicher Grund warum bis heute Gelatine das Bindemittel der Wahl für fotochemische Produkte ist. Nach dem Auftragen auf den Träger in der Produktion kann die Schicht durch kühlen schnell erstarrt werden und die Emulsion fließt so nicht wieder vom Film oder Papier herunter.
Bei Temperaturen von deutlich über 45 Grad beginnt die Emulsion zu reifen. Durch diesen Vorgang verändert sich die Struktur der Silbersalzkristalle. Emulsionen werden bereits bei der Herstellung optimal ausgereift und stabilisiert. Dadurch bekommen Sie Ihre Nennempfindlichkeit und halten diese auch über die garantierte Lagerzeit. Werden sie aber nachträglich erneut auf Temperaturen erhitzt die in den Reife-Temperaturbereich fallen (unterschiedlich je nach Emulsion i.d.R. zwischen 50 und 70 Grad) dann beginnt diese Reaktion wieder und sie werden "überreift" was einen sofortigen Anstieg des Grundschleiers bewirkt (die Emulsion "vergraut" und wird unbrauchbar).
Die Temperatur ist daher möglichst exakt über dem Schmelzpunkt im ausreichend großen Wasserbad zu halten und sie sollten zügig arbeiten.

Auftragen können Sie die Emulsion mit einem breiten, guten Qualitätspinsel aus dem Künstlerladen oder durch Verfließen und Bewegen.
Profis benutzen eine Airbrush-Pistole, aber hier bedarf es einiger Erfahrung in Bezug auf den Durchmesser der Düse und den benötigten Pressluftdruck. Zudem muss die Düse ständig warm gehalten werden (Wassermantelbad) sonst verklebt die Emulsion die Düse.
Für großflächiges, gleichmässiges Beschichten, ohne Pinselstriche, sehr gut geeignet sind die kleinen Lack-Schaumstoffrollenschwämmchen aus dem Baumarkt (werden zum Lackieren angeboten komplett mit kleiner Lackwanne und Abtropfsieb).
Der Vwerbrauch an Emulsion ist abhängig von vielen Faktoren und kann nur durch eigene Experimente herausgefunden werden. Es kommt auf die Saugfähigkeit des Untergrundes an und auf die Dicke des Auftragens.
Saugende Untergründe mit ADOLUX Fotogelatine vorbeschichten, um Emulsion zu sparen !
Die Gelatine ist wesentlich preiswerter als die Emulsion.

Auf nicht saugenden Untergründen trägt man die Emulsion pur auf.
Zweckmässigerweise beschichtet man neben dem eigentlichen Objekt noch einige Probestreifen auf Restmaterial, um später die Belichtungszeit zu ermitteln. Nach dem Auftragen auf das gewünschte Material mindestens einen Tag bei guter Belüftung aber in vollständiger Dunkelheit aushärten lassen.
Dazu eignet sich z.B. ein Papier-Tresor mit Belüftung.
Die Emulsion härtet durch Trockung.
Wenn Die Emulsion nicht gut ausgehärtet wird, kann sie sich im Entwicklungsprozess ablösen oder zerkratzt werden !

Zur Härte-Verbesserung können Fixierbäder  zusätzlich mit 5 ml chemischen Härter pro Liter angereichert werden, um ein Wegschwimmen der Emulsion beim Wässern zu verhindern. Alternativ kann die Emulsion vor der Entwicklung in einem chemischen Härterbad gehärtet werden, um auch einer Ablösung im Entwickler vorzubeugen.
Dazu mischt man einfach den Härter nach Vorschrift (z.B 5-10 ml pro Liter) mit Wasser und badet das beschichtet Objekt vorsichtig darin.
Vermeiden Sie Entwicklertemperaturen von mehr als 20 Grad Celsius, da auch höhere Entwicklertemperaturen dazu führen, können dass sich die Emulsion wieder vom Untergrund löst.
Chemisch aktive Untergründe wie z.B. Metalle müssen "gesperrt" werden mit einer Lackschutzschicht.
Wichtig ist, daß auch der Lack hinterher chemisch inaktiv ist.
Dazu eigent sich z.B. Alkydharzlack aus dem Künstlerbedarfsladen (öl-basiert).
Mit anderen Klarlacken müssen Sie selber experimentieren.
Einige Künstler haben auch gute Erfahrungen mit

Einige Kunststoffe sind sehr glatt und flüssigkeitsabweisend. Darauf haftet die Emulsion nicht und läuft immer wieder ab, sodaß auch hier eine Vorbehandlung durch Lackierung empfohlen wird.


Lagerung: Unter 5 Grad Celsius bei Dunkelheit !

Weiterführende Literatur: „Silver Gelatin“ von Martin Reed und Sarah Jones. Die Bibel der Selbstbeschichter auf ENGLISCH mit allen Tipps und Tricks. Leider nur noch gebraucht über Buchantiquariate oder bei Amazon als „used“ erhältlich.


SG
Silver Gelatin: A User's Guide to Liquid Photographic Emulsions von Martin Reed von Aurum Press.