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Art_Series_Logo_webicon_text2 ADOX POP (Auskopierpapier)

Das Auskopierpapier ersetzte ab 1878 weitestgehend die bis dahin populären Albuminpapiere, da es als haltbares Papier industriell hergestellt und vertrieben werden konnte. Die früheren Kopierpapiere hatten zumeist nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit.
Das Papier schwärzt sich ohne chemische Verstärkung (Entwicklung) durch vollständige Reduktion der Silberionen zu metallischem Silber unter der Einwirkung von kurzwelligem Licht (bis 395 nm). Im Grunde besteht es aus einer Chlorbromsilbergelatineemulsion mit überschüssigem Silbernitrat und einer Substanz die das überschüssige Brom (Zersetzungsprodukt des Silberbromides unter Lichteinfluss) auffängt.
Nach Beendigung des Auskopierprozesses erfolgt eine Fixage in Hypo (Natriumthiosulfat) und man erhält so ein extrem haltbares und stabiles Silbergelatinebild.
Auskopierpapiere werden heute noch von Museen zu archivierungszwecken verwendet. Sie sind somit eines der am längsten ohne Unterbrechung produzierten fotochemischen Produkte der Welt.
POP Abzüge haben ein wunderbare Tonalität in den mitten und Lichtern aber produzieren kein tiefes Schwarz.
Um diesem entgegenzuwirken wurden die Bilder in der Regel immer getont (Goldtonung, Schwefeltonung, Selentonung).

Praktisch erfolgt der Auskopierprozess unter kurzwelligem Licht (Sonnenlicht) nach Sicht.
Der Belichtungsvorgang (Auskopiervorgang) kann dabei je nach Sonnenintensität bis zu 30 Minuten dauern.
Das Papier eignet sich nicht zu Vergrößerungszwecken, da die Lichtquellen in Vergrößerungsapparaten kein kurzwelliges Licht abgeben.
Es können also nur Kontaktkopien von großen Negativen angefertigt werden.
Alternativ kann eine digitale Bilddatei in einem Bildbearbeitungsprogramm invertiert und dann auf eine transparente Unterlage (Folie) ausgegeben werden. Danach kann sie per Kontaktkopie auf POP Papier umkopiert und so chemisch konserviert werden.

Am besten geht das mit Hilfe eines Kontaktkopierrahmens in welchem Negativ und POP Papier fest übereinandergehalten werden.
Den Rahmen kann mann an einer Stelle aufklappen um den Fortgang des Schwärzungsprozesses zu beobachten und ggf. die belichtung fortzuführen.



Bildbeispiele:
Scans von original POP Musterbildern diverser Hersteller um 1919.

Agfa Celloidin ungetont. Dieses Bild zeigt den zu erwartenden Tonwert und Kontrastumfang eines ungetonten POP Papieres bei Verwendung eines Negatives mit normalem Kontrast.

agfa-celloidin

Wernigeroder Celloidin behandelt in Tonfixierbad. Dieses Bild hat schon eine erheblich gesteigerte Maximaldichte.

.celloidin

Ungetontes POP Papier. Abzg von einem kontratsreicheren Negativ gefertigt.

Bykoidin